Sie sind hier: Aktuelles » 146 Kinder kamen mit ihren Kuscheltieren zum Teddybärkrankenhaus

146 Kinder kamen mit ihren Kuscheltieren zum Teddybärkrankenhaus

ERKELENZ Es herrschte viel Betrieb im Teddybärkrankenhaus des Jugendrotkreuzes (JRK) des DRK Kreisverbandes Heinsberg. Insgesamt 146 Kinder und deren Begleiter kamen mit ihren verletzten und kranken Plüschkameraden in die Kreis-Geschäftsstelle, Feuerwache 8. Dort wartete ein Fachkräfte-Team von rund 30 JRK-lern, die tatkräftig von Mitgliedern des DRK unterstützt wurden.

Zum 4. Mal waren die Kinder eingeladen, sich in spielerischer Weise mit den Abläufen in einem Krankenhaus vertraut zu machen. Und dass, ohne selbst direkt betroffen zu sein, da ja Kaninchen, Teddy, Hai oder Einhorn krank waren. Die Kinder passten als „Eltern“ genau auf. Einer von ihnen war Grundschüler Collin (6 Jahre alt), dessen Stoffhai beim Schwimmen an einem Stein vorbei geratscht war und sich so eine lange Schnittwunde zugezogen hatte. Nach der Anmeldung ging es zunächst ins Wartezimmer. Die Anästhesistin legte dem Stoff-Patienten später einen Zugang für die Infusion und machte ihn mit Narkosespritze und Beatmung für die Operation fertig. Alle Handgriffe beobachtete Collin genau und staunte dabei über die vielen anderen Patienten etwa im Aufwachbereich. Oder über das Gewusel, das in den Gängen durch Kinder mit weiteren Kranken herrschte. Das OP-Team nähte den Riss des Hais so sorgfältig zu, dass Collin und seine Mutter vollends beruhigt waren. „Sie haben ihn so behandelt, als ob die Situation ernst sei“, fand Mutter Carmen Kaimer, „als ob er ein richtiger Patient ist.“ Mit dem gesunden Freund im Arm inspizierte der Junge im Anschluss den Rettungswagen. Auf der Trage lag ein riesiger Bär, den junge und ältere Besucher neugierig anschauten und zu ihm ins Innere des Wagens kletterten. Auch Schirmherr und Kinderarzt Dr. Stefan Eschweiler war von der authentischen Umsetzung des Krankenhauses begeistert. „Es ist eine schöne Möglichkeit, die Angst der Kinder zu reduzieren“, sagte er, „wenn sie wirklich behandelt werden müssen, können sie sich an dieses positive Erlebnis zurückerinnern.“ Er hob die einfühlsame Kommunikation zwischen den Stationen und die gesunden Trostrationen in der Apotheke hervor. JRK-Kreisleiterin Marianne Küster-Eßer wies erfreut darauf hin, dass die Organisation aufgrund erstmaliger längerer Wartezeiten durch großen Andrang im vergangenen Jahr das Krankenhausteam aufgestockt hatte. Mit drei Anästhesie-Plätzen gab es einen mehr als vorher und mit vier Personen in zwei OP-Teams zwei Personen mehr als im Jahr 2014. Tags zuvor hatte das JRK fünf Stunden lang die verschiedenen Stationen in liebevoller Arbeit aufgebaut. Das Teddybärkrankenhaus stellt neben dem jährlichen Zeltlager die größte Veranstaltung der jungen Leute dar, die sich über neue Mitglieder sehr freuen.

 

TIPP Beim Blaulichttag am 19. September (von 11 bis 17 Uhr) auf dem Parkplatz Bergerstraße sind sie wieder für kuschelige Patienten und deren „Eltern“ da. An diesem Tag stellen weitere ehrenamtliche Organisationen ihre Arbeit vor.  

2. September 2015 08:00 Uhr. Alter: 2 Jahre